Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
SEO - Suchmaschinenoptimierung
Daten zu Search 2018: Wo die Suchen ablaufen – auch abseits von Google

Daten zu Search 2018: Wo die Suchen ablaufen – auch abseits von Google

Niklas Lewanczik | 06.04.18

Wo finden eigentlich die Suchen – über Desktop und mobil – statt? Daten zeigen die Marktanteile und das Wachstum verschiedener Plattformen.

SEOs, Websitebetreiber und Marketer interessiert, wo die Nutzer eigentlich ihre Suchen durchführen. Natürlich bestimmt Google, auch mit seinen verschiedenen Sektionen, hier das Bild. Allerdings wird auch in Social Media und bei Amazon immer mehr gesucht. Und bei dem starken Wachstum von Search insgesamt werden diese Portale zu einem marketingrelevanten Faktor.

Umfassende Analyse: Hier suchen User

Für eine datenbasierte Übersicht der Aufteilung von Suchen der Nutzer sowohl über Desktop als auch mobil sorgt Jumpshot. Das Unternehmen liefert Clickstream-Level Daten von Millionen Browsern der Nutzer. SEO-Guru Rand Fishkin hält diese Daten für besonders wertvoll. Daher hat er sie bei SparkToro zusammengestellt und seine Ansichten zur Thematik mitgeteilt. Die Daten erstrecken sich zurück bis zum November 2015. In einer Grafik stellt Fishkin nun die Entwicklung der prozentualen Anteile an der Suche dar und zwar angewendet auf folgende Player:

  • Google Web Search
  • Google Bilder
  • YouTube
  • Google Maps
  • Yahoo
  • Bing
  • Facebook
  • Pinterest
  • Twitter
  • Amazon

Dabei muss angemerkt werden, dass selbst die Plattformen, die an prozentualem Anteil an der Suche verloren haben, wohl nicht an Suchen insgesamt verloren haben. Denn diese wachsen kontinuierlich.

Wo die Nutzer suchen (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Jumpshot, Rand Fishkin/SparkToro

Erkenntnisse zur Entwicklung der Anteile an der Suche

Zunächst fällt auf, dass die Websuche bei Google von November 2015 bis zum Februar 2018 fast zehn Prozent mehr Anteil an der Suche insgesamt hat. Doch das hat eine simple Erklärung. Denn Google Images und Google Maps haben prozentual verloren, allerdings auch deshalb, weil viele Ergebnisse nach Änderungen nun in der Websuche verankert bleiben. Insgesamt zeichnen jedoch alle Google Properties für über 90 Prozent der Suchen verantwortlich. Dazu zählt schließlich auch YouTube, das immerhin 4,3 Prozent Anteil auf sich vereint.

Spannend ist auch die Entwicklung von Bing und Yahoo. Beide rutschten bis Februar 2018 von knapp 3,5 Prozent (2015) auf 2,2 beziehungsweise 2,4 Prozent ab. Auch wenn sie womöglich sogar Suchen in absoluten Zahlen dazugewonnen haben, ist ihr Anteil an der allgemeinen Nutzersuche stetig geringer. Vielleicht auch, weil beispielsweise Siri seit September 2017 statt mit Bing mit Google sucht. Zu diesem Zeitpunkt sieht Bing tatsächlich einen Einbruch von 0,4 Prozent am Suchanteil.

Verluste bei Bing und Yahoo, Gewinne bei Facebook und Amazon (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Jumpshot, Rand Fishkin/SparkToro

Die Suche über Social ist und bleibt wichtig

Wo diese Suchmaschinen im Marktanteil Nachteile haben, zeigen sich wiederum Amazon und Facebook als „Gewinner“. Dabei ist der prozentuale Anteil von Suchen bei Amazon nur von 2,2 auf 2,3 Prozent gestiegen. Allerdings bedeutet schon ein Gleichbleiben des Anteils eine starke Entwicklung, betrachtet man das parallel immer größer werdende Suchvolumen. Und trotz der vergleichsweise geringen Prozentzahl ist Amazon eine wichtige Größe in der Suche – hier informieren sich Millionen über Produkte. Eine Amazon SEO ist deshalb für Retailer nicht zu verachten.

Facebooks Aufstieg als „Suchplattform“ ist dann ebenso erstaunlich. Denn hier wuchs der Anteil von 0,4 auf 1,4 Prozent an. Und auch wenn Twitter mit 0,4 Prozent und Pinterest mit 0,5 Prozent scheinbar nur geringen Anteil an allen Suchen der Nutzer haben, bleiben sie damit im Einklang mit dem Wachstum der Suche überhaupt. Zwar können sie es natürlich keineswegs mit Google aufnehmen, aber dass dort überhaupt so viele Suchen stattfinden – schließlich sind es keine Suchmaschinen – spricht für ihre Referral-Qualität und ihr Potential für Marketer.

Der Experte Rand Fishkin rechnet übrigens in den nächsten Jahren nicht mit großen Veränderungen, was die Marktanteile bei der Suche betrifft. Dafür ist Google zu dominant.

So ist der Status der Suchen 2018

Um den Stand der Dinge in Bezug auf die Frage „Wo wird 2018 gesucht?“ besser abzubilden, finden wir bei SparkToro auch ein Tortendiagramm zu den Daten von Jumpshot.

Ein Tortendiagramm zu den Suchen im Web für Februar 2018, (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Jumpshot, Rand Fishkin/SparkToro

Die Übermacht Googles wird hier noch einmal ganz besonders deutlich. Allerdings lässt sich auch festhalten, dass sich etwa Amazon als Onlineversandhändler mit 2,3 Prozent Anteil besonders gut hält.

Die Daten, die übrigens keine Voice Antworten beinhalten, aber die auf dem Screen dargestellten Antworten bei Voice Search, geben nur Aufschluss über einen Anteil an der Suche; nicht über das Wachstum der Suche selbst. Dafür liefern die Prozentzahlen bestenfalls Hinweise. Vielmehr zeigt sich, dass durch immer mehr Internetnutzer und eine größere und simplere Zugänglichkeit zum Web – Stichwort Mobile First – auch immer mehr Suchen und Anfragen zustande kommen. Das bedeutet für alle hier gezeigten Player Möglichkeiten, die bei ihnen durchgeführten Suchen zu optimieren. SEOs und Websitebetreiber sollten analysieren, wo ihre Zielgruppe nach was sucht. Google ist nie außen vor; aber wer Events vermarktet, kann bei Twitter und Facebook Erfolg haben, während Retailer sich mit Amazon als Suchoption der Nutzer auseinandersetzen sollten.

Der Wert der SEO: nur 6,8 Prozent der Google-Klicks gehen auf AdWords-Anzeigen

Johannes Beus hat bei SISTRIX einige spannende Erkenntnisse geteilt, die zeigen, warum SEO auch im Vergleich zu Paid Search so wichtig bleibt. Denn nach seinen Ergebnissen entfallen nur 6,8 Prozent der Klicks bei Google (in Deutschland) auf AdWords-Anzeigen. Um diese Ergebnisse zu erhalten, hat Beus im Zeitraum von einem Jahr mehr als eine Milliarde Klicks bei deutschen Google-Ergebnissen analysiert. Also entfallen demnach 93 Prozent der Klicks auf organische Treffer. Der Wert relativiert sich laut Beus aber, wenn nur Keywords betrachtet werden, die überhaupt Anzeigen ausspielen. Dann kommt es zu 13,6 Prozent zu Klicks auf AdWords-Anzeigen.

Solche Anzeigen scheinen besonders dann lohnenswert, wenn das Suchvolumen für das Keyword (hier werden wieder nur solche betrachtet, die auch Anzeigen ausspielen) gering ist. Dann kann der Anteil schonmal auf gut 25 Prozent steigen.

Anteil der Klicks auf AdWords je nach Suchvolumen des Keywords, © SISTRIX

Nur wenige Keywords erhalten überhaupt mehr Klicks auf AdWords-Anzeigen als auf organische Treffer. Darunter:

  • airbnb
  • dawanda
  • deichmann
  • lieferheld
  • douglas
  • sixt
  • usw.

Unter 20 dieser Begriffe finden sich meist nur Marken. Lediglich „fernbus“ und „last minute“ sind nicht direkt mit einer solchen verbunden.

Das Learning aus dieser Analyse von Johannes Beus ist daher einfach ausgedrückt: die SEO ist unumgänglich, vor allem, wenn man mit Keywords mit sehr hohem Suchvolumen operiert. Oder mit solchen, die per se wenige Anzeigen hervorrufen. Allerdings kann sich Paid Search im Einzelfall durchaus lohnen, besonders für bestimmte Marken oder Anbieter hochspezifischer Angebote.

Letztlich sollen all die angeführten Daten darauf aufmerksam machen, dass das stetig wachsende und unfassbar große Suchvolumen der immer größeren Internetgemeinde viele Potentiale für Seiten und Marketer birgt. Diese können natürlich durch eine SEO genutzt werden; das ist nicht neu. Dass man sich dabei auf Google, aber eben nicht nur auf Google einstellen muss, sollte aber deutlich werden. Denn trotz der Dominanz der Suchmaschine wird immer noch unheimlich viel andernorts gesucht – in Social Media, bei Amazon, vielleicht auf Zalando und Co., aber immer noch ebenso auf Bing und Yahoo.

Kommentare aus der Community

Daniel am 22.04.2018 um 08:44 Uhr

Welchen Anteil die Google-Bildersuche einnimmt hatte ich bislang noch nicht auf dem Schirm, vielen Dank für den Artikel!

Antworten
Thomas Müller am 06.04.2018 um 09:23 Uhr

„Der Wert der SEO: nur 6,8 Prozent der Google-Klicks gehen auf AdWords-Anzeigen“ – Eine rein quantitative Beurteilung, die man nicht einseitig auslegen sollte, da sie nichts über die Qualität des Traffics aussagt.
Aber was wäre das Biz ohne den sinnbefreiten Streit zwischen SEOs und SEAs :D

Antworten
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*
*