Geschäftsauflösung aus Altergründen – wie vorgehen?

Thema wurde von Anonymous, 14. April 2021 erstellt.

  1. Anonymous

    Anonymous Erfahrener Benutzer

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    Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen.

    Da ich mich mittlerweile im Rentenalter befinde und mir der Aufwand und die Anstrengungen für den Betrieb eines möglichst aktualisierten und rechtlich sicheren Shop sowie der notwendigen Marktpräsenz immer größer erscheinen, möchte ich mich langsam aus dem Geschäft verabschieden. Hinzu kommen die vielen kleinen täglichen Ärgernisse die jeder Shopbetreiber kennt, meist nichts Ernstes, aber zeitraubend und nervig allemal. Ich will mir das nicht länger antun.

    Den Handel mit speziellen Ledersorten und daraus gefertigter Artikel betreibe ich seit 14 Jahren, die meiste Zeit war nebenberuflich, der Löwenanteil meiner Freizeit wurde geopfert (klingt sicherlich vertraut). Es hat mir sogar Spaß bereitet. Die Idee war, ab Rentenbeginn mehr Gas zu geben, da nun mehr Zeit zur Verfügung stehen würde.

    Mittlerweile ist die Spaßkurve aber ziemlich abgeflacht und die Vorstellung, den Ruhestand als Vollrentner noch ein paar Jahre ganz nach Lust und Laune zu gestalten wird immer attraktiver – so Corona will.


    Ich stecke in den Vorbereitungen, aus den hoffentlich richtigen Ideen und Notwendigkeiten eine möglichst optimale Handlungsliste zu erstellen. Der Wunsch ist den Shop bzw. alle geschäftlichen Tätigkeiten bis spätestens Ende 2021 auslaufen zu lassen, je nach Abverkauf darf das auch gerne früher sein.

    Auf den Ausverkauf mit Schließung möchte ich im Shop deutlich hinweisen, auf allen Seiten sichtbar, mit weiterführendem Link.

    Ich stelle mir stufenweise Preisnachlässe vor, individuell nach Kategorie und Artikelart. Im Laufe der Zeit wird’s immer billiger und endet letztendlich mit dem „Verschleudern“ der Reste.

    Kopfschmerzen bereiten mir eine Menge Einzelstücke, viel Kleinkram oder B-Ware die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben. Das ist ein Unding die wie normale Verkaufsware einzeln im Shop anzubieten, also mit Fotos, Beschreibungen etc.

    Ich würde gerne die E-Mail Adressen meiner Kunden (zumindest der letzten2-3 Jahre) auslesen und eine einmalige Nachricht senden, also mich kurz verabschieden, ohne Werbeaussage, aber schon mit gewissem Hintergedanken.
    Auf was ist zu achten?


    Wie geht man mit dem Inventar um, also Büroeinrichtung, Regale, PCs, etc.? Das würde ich gerne behalten, möglichst ohne dass ich es mir selbst teuer abkaufen müsste.
    Was ist allgemein bei der Geschäfts/Shopschließung zu beachten?


    Der Abverkauf der Lagerware bis Jahresende, mit möglichst wenig Verlust, ist eine Sache.
    Da gibt es aber noch den Shop als solchen, seit 14 Jahren den Namen als eingetragene Marke.

    Eine eigene kleine Linie von Lederwaren mit Gelbörsen und Gürtel in Kleinstserie, für mich gefertigt mit meinen nicht alltäglichen Ledersorten.
    Also nichts wirklich Großes, aber verschenken will ich es auch nicht.

    Von besonderem Interesse dürfte vielleicht die, zumindest für Europa, einmalige und hart erarbeitete internationale Bezugsquellenliste meiner Exotenleder- und Artikel darstellen.

    Ferner gibt es noch etwa 10 verschiedene Kleinwebsites mit Keyword Domains zu den wichtigsten Suchbegriffen aus dem Angebot, verlinkt mit dem Shop.

    Darf man auch Kundenlisten weitergeben oder verbietet das der Datenschutz?

    Wie bietet man so etwas an?

    Aktuell wird die Sache aber erst kurz vor der Geschäftsschließung.


    Vielleicht hat da jemand einen Rat oder Tipp, ich würde mich freuen.


    Gruß
     
  2. barbara

    barbara G-WARD 2014-2020

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    Keine Rechtsberatung - nur was ich gehört und gelesen habe:
    Wenn Du den Shop insgesamt verkaufst - oder besser gesagt komplett übergibst, also Shop mit Domain und Ware, dann kannst Du die Kunden mit übergeben.
    Wenn Du alles in Einzelteilen verkaufst, dann nicht.
     
  3. Anonymous

    Anonymous Erfahrener Benutzer

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    Kommt drauf an, wie "neu" es noch ist. Ob es vllt. schon abgeschrieben, also "wertlos" ist. Dann für nen Euro. Das ist eine Frage für einen Steuerberater.

    KEINE Rechtsberatung.
    Je nach Unternehmensform sollte man auch sorgsam mit den Emailadressen der Kunden und den Newsletterempfängern umgehen.
    Bei einem Einzelunternehmen haben die Kunden DIR die Erlaubnis gegeben, ihnen per Email in Kontakt zu treten. Keinem Dritten. Nicht dem Käufer deines Unternehmens, nur DIR.
    Auch mit Bewertungen sollte man vorsichtig sein. DU wurdest bewertet. Nicht derjenige, der deine Unternehmung kauft. Verwendet der die Bewertungen, kann das wettbewerbswidrig sein. Meint - nachvollziehbar - die ITRK.
     
  4. Anonymous

    Anonymous Erfahrener Benutzer

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    Hast du deine Steuern immer allein gemacht oder von einem Steuerberater machen lassen? Weil der könnte dich da gut beraten, besonders wie das mit dem Inventar zu handhaben ist.

    Und wenn du es als Komplettpaket erstmal anbietest mit allem was noch bei dir rumliegt, bis auf Inventar? Vielleicht ist daran ja jemand interessiert. Dann ersparst du dir das Einstellen und Verkaufen von vielen Einzelteilen. Oder du verkaufst gleich als Konvolut auf Ebay oder anderen Seiten.
     
  5. mmatecki

    mmatecki Erfahrener Benutzer

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    #5 mmatecki, 14. April 2021
    Zuletzt bearbeitet: 14. April 2021
    Wende dich mal vertrauensvoll an deine IHK. Eventuell alles komplett verkaufen in der Unternehmensnachfolgebörse nexxt-change
     
  6. Anonymous

    Anonymous Erfahrener Benutzer

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    Danke für die Kommentare

    Ich bin Einzelunternehmer, denke auch das die Kundenliste wegen Datenschutz nicht weiter gegeben werden darf, was soll's.
    Meinen Steuerberater habe ich auch schon angefragt bezüglich der Abwicklung, der ist wegen den vielen Corona bedingten Anträgen seiner Kunden derzeit nicht leicht zu erwischen. Die Sache mit der Inventarauflösung kann aber nur mit dem zusammen abgeklärt werden, hat aber noch etwas Zeit.
    Mein Geschäft ist nicht wirklich eine große Sache, wenn auch ausbaufähig. Einen direkten Nachfolger zu finden der alles, einschließlich Ware, übernimmt, wäre illusorisch. Ich glaube das ich noch am meisten rausholen kann wenn Ware und die Struktur drum herum einzeln veräußert werden. Zudem kann ich so die Zeit bis zum Schließen besser steuern.
    So kurz vor der endgültigen Geschäftsschließung wird voraussichtlich schon einiges als Konvolut bei Ebay zum Schnäppchenpreis landen, anders ist der viele Klein- und Einzelkram gar nicht los zu werden.
     
  7. Anonymous

    Anonymous Erfahrener Benutzer

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    Mach doch Posten und / oder Überraschungskisten und versteigere sie unter Angabe beispielhafter Inhalte bei eBay!
     
  8. Anonymous

    Anonymous Erfahrener Benutzer

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    Mal ganz frecher Gedanke: Wenn dein Shop kurz vor Auflösung oder Verkauf steht irgendwann, was fürchtest du bei einer Weitergabe von Kundendaten? Eine Abmahnung? Dann zahlst die 200 EUR und machst dann die Bude ohnehin dicht

    Und ich glaube, wenn du dein ganzes Unternehmen verkaufst, ist es im Gegensatz zu Inventarabverkauf nicht Mwst-Pflichtig. Also vielleicht mal einen Mitbewerber Fragen ob er Intersse hat an Domain, Marke, Inventar, Google Positionen und Kundenstamm
     
  9. eva_werdehausen

    eva_werdehausen Mitglied

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    Hallo,
    ich würde dir von einem Abverkaufen abraten. Du hast dir etwas solides aufgebaut, eine Marke geschaffen und etabliert. Das könnte die Chance für einen anderen Menschen sein, welcher auf der Suche nach einer Perspektive ist.
    Ich denke es würde für dich mehr dabei heraus springen wenn du das Unternehmen, also die Marke mit Shop, Kunden und Lieferquellen als Ganzes verkaufst.
    Wir haben ähnliches bereits im Jahr 2012 gemacht. Es gibt die Seite nexxt-change - Startseite (nexxt-change.org)
    Hier kannst du dein Unternehmen zum Kauf anbieten.
    Ist weniger Arbeit und es kommt vermutlich mehr dabei raus. Für uns hatte es sich damals gelohnt.
     
  10. Anonymous

    Anonymous Erfahrener Benutzer

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    Unter (Link nur für registrierte Nutzer sichtbar.) kannst Du Deinen Onlineshop kostenlos zum Verkauf anbieten.
     
  11. Anonymous

    Anonymous Erfahrener Benutzer

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    Danke für die Tipps,
    ich habe mir diese Verkaufsbörsen einmal genauer angesehen. Ich denke mal dass mein Shop mit allem drum herum zu klein und umsatzschwach ist als dass sich der als Komplettpaket einschließlich Ware noch gut verkaufen lässt.
    Die Marke, Shopdomain, Zusatzdomains sowie Bezugsquellen dürften wohl eher als Zusatzkomponenten für einen bereits bestehenden Handel interessant sein. Die Ware separat verkaufen ist sicher ein größerer Aufwand, bringt aber mehr und die Zeit bis zur endgültigen Schließung ist besser zu steuern.
     
  12. Anonymous

    Anonymous Erfahrener Benutzer

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    Probieren kostet ja nichts. Kannst es ja trotzdem mal anbieten. Die Zeiten sind gut dafür: Wegen Corona orientieren sich gerade viele beruflich um, und wegen der Negativzinsen suchen viele Leute Möglichkeiten zum Investieren...