Kategorietexte für bessere Google Rankings: Worauf es zu achten gilt

17. März 2022

Ein Online-Shop ohne SEO wird in der organischen Suche der Suchmaschinen nicht sichtbar – zumindest dann nicht, wenn kein starker Brand hinter dem ganzen Projekt steht. Zu den SEO-Basics gehört es, den Shop mit sinnvollen und relevanten Inhalten zu füttern, denn kaum etwas ist für Google so gut zu verarbeiten, wie Inhalte in Textform. Da das übergeordnete Ziel eines jeden Shop-Betreibers ist, neben der Startseite auch mit den Shop-Kategorien gute (oder noch bessere) Suchmaschinen-Rankings zu erzielen, ist es in den allermeisten Fällen sinnvoll, die Kategorien mit hochwertigen Texten auszustatten. Der Suchmaschinen-Bot bekommt dann neben den Produkt-Listings zusätzliches Futter, das er zum Vorteil des Shop-Rankings in der Google-Suche verwerten und bewerten kann. Auf diese Weise wird die Relevanz zu bestimmten Keywords und Keyword-Kombinationen verbessert, die interne Verlinkung gestärkt und die Auffindbarkeit zu relevanten Longtail-Suchanfragen gewährleistet.

Um zu erläutern, worauf es bei der Erstellung hochwertiger Kategorietexte ankommt, werden im Folgenden Fragestellungen aufgegriffen, die den meisten Shop-Betreiber:innen bei der Erstellung hochwertiger Kategorietexte in den Sinn kommen.

Wie lang sollten Kategorietexte sein?

Dazu gibt es keine eindeutige Empfehlung. Welchen Umfang der Kategorietext tatsächlich haben sollte, hängt im Wesentlichen von der Intention der Google-Nutzer:innen ab. So existieren Suchanfragen, die keine ausufernden Antworten erfordern. Andere Suchanfragen können hingegen durchaus umfassender beantwortet werden. Es hilft ungemein, sich die Top-10-Suchergebnisse (1. Suchergebnisseite) zur anvisierten Suchanfrage im Detail anzuschauen und zu prüfen, welche Inhalte die Wettbewerber:innen zu dieser Suchanfrage zu bieten haben. Auf diese Weise bekommt man am ehesten ein Gefühl dafür, welchen Umfang der ideale Kategorietext haben sollte und was sowohl den Nutzer:innen als auch den Suchmaschinen am besten schmeckt. Die dargebotenen Inhalte der Wettbewerber:innen können super als Vorlage und Denkanstoß zur Erstellung eines umfassenden und hochwertigen Kategorietextes herangezogen werden.

Übrigens können umfassende(re) Texte auch prima für holistische Landingpages oder Blogbeiträge genutzt werden, etwa, wenn es eher um Themen mit informativem Charakter geht.

Welchen Inhalt sollten Kategorietexte vorweisen?

Welcher Inhalt der richtige zur Befriedigung der Nutzer:innen-Intention sein könnte, geht sicherlich wie bereits erwähnt bei der Durchsicht der Wettbewerber:innen hervor. Es gibt zusätzlich folgende Möglichkeiten, um herauszufinden, wie die Suchenden ticken.

Zum Beispiel:

Google-Suggestions

Die Google-Suggestions sind jene Suchvorschläge, die bei Eingabe eines Begriffes in der Google-Suchmaske angezeigt werden.

Google Suchergebnisse Laufschuh

Diese Suggestions lassen sich für einzelne Begriffe natürlich manuell abfragen, viel bequemer ist dies allerdings mit Hilfe eines der vielen SEO-Tools die der Markt zu bieten hat. Ein solches Tool ist beispielsweise keywordtool.io.

Bereits in der kostenfreien Version liefert das Tool Unmengen an Suggestions, die in der Google-Suche auf manuellem Weg nicht so schnell ans Tageslicht kommen würden. Zum Begriff Laufschuhe werden insgesamt 425 Keyword-Kombinationen ausgegeben:

Kategorietexte Keyword Tool

Fragestellungen

Neben den reinen Keywordkombinationen gibt es noch eine weitere Möglichkeit, herauszufinden, wonach die Menschen da draußen suchen, nämlich die Recherche von Google-Nutzern getätigter Fragestellungen.

Auch hierzu bieten Tools wie answerthepublic.com oder keywordtool.io sehr gute Auswertungen, die es ermöglichen, schnell und umfassend einen Überblick zu bekommen:

Kategorietexte Keyword Tool

Zusammenführung & Priorisierung wichtiger Erkenntnisse

Nachdem alle relevanten Daten recherchiert wurden, gilt es, das Ganze zu priorisieren und inhaltlich zusammenzuführen. Dazu ist es wichtig, den inhaltlichen Fokus nicht zu verlieren und so nah wie möglich am eigentlichen Thema zu bleiben. Keywords und ggf. auch Fragestellungen können zusätzlich via Google Ads Keyword Planer auf Basis ihres Suchvolumens priorisiert werden. Sind alle wichtigen Keywords und Fragestellungen erfasst, kann das Grundgerüst des Kategorietextes entwickelt werden. Dies basiert zunächst vor allem auf einer Hauptüberschrift und mehreren Zwischenüberschriften. Fettschriften, Aufzählungen, Infokästchen oder andere geeignete Formatierungen sorgen für eine verbesserte Lesbarkeit.

Es muss also eine klare Gliederung her, die – sofern der Text entsprechend lang ist – durch ein Inhaltsverzeichnis ergänzt werden kann. Ein mit Sprungmarken versehenes Inhaltsverzeichnis hilft den Nutzer:innen, schnell zu den Informationen zu gelangen, die gewünscht sind. Suchmaschinen wie Google nehmen solche Sprungmarken zudem gerne mit in das Suchergebnis (Snippet) auf, wodurch die Aufmerksamkeit und Klickrate gesteigert werden können.

Wie hoch sollte der Anteil des Hauptkeywords sein?

Ganz wichtig: Es gibt keine Prozentzahl für die Verwendung von Keywords, die ausschlaggebend für ein gutes Ranking in den Suchergebnissen ist. Die Zeiten der bloßen Aneinanderreihung von Keywords sind Gott sei Dank schon lange vorbei.

Dennoch sollten das Hauptkeyword und auch alle relevanten Kombinationen selbstverständlich hinreichend oft (so, wie es der Kontext hergibt) im Text und zwingendermaßen in der Hauptüberschrift, vorkommen. Hierzu dürfen bzw. sollten auch Synonyme sowie Singular und Plural verwendet werden. Nichts ist schlimmer, als wenn Keywords in den Text gequetscht werden und dadurch die Lesbarkeit gegen Null geht. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden.

Wie wichtig sind Kennzahlen wie WDF/IDF?

Kennzahlen zu Term-Gewichtungen wie WDF/IDF sind nicht zielführend und auch nicht relevant. Wenn die Recherche der Keywords und Fragestellungen sowie die Analyse der Wettbewerber:innen gewissenhaft vorgenommen wird, so kann davon ausgegangen werden, dass die vorgeschlagenen Keywords und Daten der WDF/IDF-Tools hinreichend oft abgedeckt werden. Zudem liefern Auswertungen aus Tools wie wdfidf-tool.com nur suboptimale Datensätze:

Kategorietexte Laufschuh

Das Optimieren auf WDF/IDF lenkt in den allermeisten Fällen vom eigentlich wichtigsten Ziel bei der Texterstellung ab: Den Nutzer:innen einen Mehrwert zu liefern.

Übrigens wird auch von offizieller Seite die Sinnhaftigkeit solcher Kennzahlen und Tools in Frage gestellt: Johannes Müller von Google hat dazu geraten, sich nicht auf TF*IDF als Kennzahl für die Optimierung von Webseiten zu konzentrieren. Im Netz finden sich weitere Beiträge, die die Sinnhaftigkeit dieser Daten ebenfalls anzweifeln.

Sollte der Kategorietext mit internen Links versehen werden?

Ja, bitte, unbedingt! Die internen Links dienen den Nutzer:innen und auch den Suchmaschinen dazu, besser durch den Shop navigieren zu können. Bei Suchmaschinen spricht man dabei vom Crawling. Je öfter eine Unterseite verlinkt ist, desto wichtiger und relevanter wird sie im gesamten Shop-Konstrukt angesehen. Interne Verlinkungen dürfen ruhig mit Einzelkeywords erfolgen. Man spricht dabei von sogenannten „harten Verlinkungen“. Es wird beispielsweise aus dem Kategorietext der Kategorie „Laufschuhe“ mit dem Begriff „Laufhosen“ auf die Rubrik „Laufhosen“ verlinkt. Die Optimierung der internen Verlinkung ist für alle Unterseiten des Shops gleichermaßen relevant und sollte regelmäßig in Angriff genommen werden.

Zusammenfassung

Bei der Erstellung von Kategorietexten sollte vor allem eines im Fokus stehen: Die Nutzer:innen und damit die potenziellen Kund:innen. Nur, wenn die Suchintention der Nutzer:innen vollumfassend bedient wird, ist auch ein gutes Ranking in Suchmaschinen möglich. Schließlich sind Suchmaschinen wie Google gewillt, den Suchmaschinen-Nutzer:innen das bestmögliche Ergebnis zu liefern. Und das inhaltlich beste Ergebnis mit der eigenen Website abzubilden, sollte das Vordergründige Ziel bei allen Optimierungsmaßnahmen sein.

Über den Autor

Marvin Mennigen

Marvin Mennigen ist Inhaber der Firma web-malocher und leidenschaftlicher SEO. Neben der erfolgreichen Umsetzung eigener Online-(Shop-)Projekte wie www.basketballkorb-shop.com unterstützt er Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen in der nachhaltigen Verbesserung der Sichtbarkeit in Suchmaschinen.